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Evidenz basierte Medizin
Es gibt eine Reihe von weltanschaulich oder auch aufgrund fehlender Information orientierten
Vorstellungen, wie ”gute” Medizin ausgeübt werden soll. Eines ist klar: bei jedem Symptom, jedem Krankheitsbild muß der ganze Mensch im Blick sein, als Mensch in seinem Sein und in seiner Umgebung. Nur
so lassen sich alle Hinweise bearbeiten, die zur Symptomatik oder zu einer Krankheit geführt haben.
Naturheilkunde z.B. wird häufig mit Homöopathie gleichgesetzt. Das ist ein ganz bedeutsamer Irrtum. Die
Homöopathie arbeitet in ihrer Medizin überwiegend mit anorganischer Chemie oder in Stärken, die inhaltslos sind Das wird so erklärt: eine Substanz wirke um so mehr, je geringer sie vorhanden ist (Verdünnung)
und je richtiger sie geschüttelt wird (Verschüttelung). Dann werde ihre Lebensenergie geweckt. Das ist einfach nur absurd und hat mit wissenschaftlichen Erkenntnissen nichts mehr gemeinsam.
Pflanzliches kann sehr heilsam sein, sanft - aber auch gefährlich. Denken Sie an Digitalis (Fingerhut!)
für Herzkranke, denken Sie einfach an giftige Pilze. Deshalb muß sehr genau geprüft werden, welche Pflanzenteile (Blüten wirken anders als Blätter) möglichst ohne Nebenwirkungen die Heilung ermöglichen, die Sie
brauchen.
Um die richtige Therapie durchführen zu können, bedarf es nicht nur einer sicheren Diagnostik, sondern
auch des Wissens, was Ihnen ganz persönlich hilft.
Dafür ist in den letzten Jahren der Begriff EBM entstanden: Evidenz basierte Medizin.
Sie sollen in den Genuss der gegenwärtig besten wissenschaftlichen Erkenntnisse für Entscheidungen in
Diagnose und Therapie kommen.
Die Hälfte des medizinischen Wissens ist innerhalb von fünf Jahren veraltet. Deshalb kann auch das
Lehrbuchwissen keine Gewähr bieten für die Behandlung des einzelnen Patienten nach "besten wissenschaftlichen Erkenntnissen".
In diesem Dilemma hat sich seit einigen Jahren unter intensiver Nutzung des Internets die Technik der Suche
nach jenen klinischen Studien entwickelt, die wissenschaftlich genaue und reproduzierbare Ergebnisse erbracht haben, also evidenz-basiert sind, und damit die Grundlage ärztlichen Handelns darstellen sollten. Dabei
ist vor allem der Aufbau einer Internet-Bibliothek (www.cochrane.org) bedeutsam geworden, die verlässliche Studien sammelt und in denen die geeignete Behandlung gefunden werden kann.
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